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Charakter und Herstellung der House-Musik
Autor: admin
House zeichnet sich durch seinen mächtigen, basslastigen Klang aus, der bei Disco in dieser Form noch nicht existierte. Der typische Sound entsteht vor allem durch die Benutzung einer entsprechend druckvollen Basedrum, die im 4er-Fuß, also mit durchgehenden vier Schlägen pro Takt gespielt wird. Besonders beliebt sind dabei die heute nicht mehr produzierten Drumsequenzer. Im Unterschied zum Techno mit seinem meist geraden, maschinenartigen Grundmetrum ist House üblicherweise durch punktierte Sechzehntel-Takte. Essentieller Bestandteil für die Entwicklung des House als eigenständigen Musikstil ist auch die extreme Formalisierung der musikalischen Struktur durch fast ausschließliche Verwendung von Sequenzen. Alle acht Takte verändert sich durch das Hinzufügen oder Wegnehmen einzelner solcher Sequenzen das Klangbild. Brüche werden auf diese Weise vermieden. Das kann man gut nachempfinden, indem man einfach in einem klassischen House-Lied 32 Basedrums von Anfang einer Sequenz zählt. Dann fangen theoretisch neue Instrumente an, es fallen welche weg, oder Gesänge kommen zum Beispiel hinzu. In einem klassischen Houselied würden Gesänge niemals inmitten einer solchen Sequenz beginnen, sondern immer am Anfang. Ein wirklich guter House-Produzent ist in der Lage, aus solchen Sequenzen auf nur drei oder vier Spuren eine große Housescheibe zu schaffen. Hierdurch reduziert sich der Gehalt der Musik, und es entsteht eine gewisse hypnotische Monotonie, die Trance hervorbringen und ein verändertes Zeitgefühl erzeugen kann. Eine typische Housescheibe übertrifft einen Radiohit von meist nur drei Minuten deutlich an Länge, fünf Minuten und mehr sind die Regel. Dies und die oben angesprochene Formalisierung der musikalischen Struktur machen es einem DJ leicht, mehrere Housescheiben in der Geschwindigkeit aneinander anzupassen – was man Beatmatching nennt und ihre Anfänge und Enden so zu überblenden, dass für den ungeübten Zuhörer der Eindruck eines einzigen, mehrere Stunden langen Stückes entsteht.
Kommentare lesen (0)Die Geschichte des House
Autor: admin
Die musikalischen Ursprünge des House liegen in der Discomusik der späten 1970er, deren Einfluss vor allem in Harmonik und Melodieführung bis heute spürbar ist. Frankie Knuckles legte im Warehouse in Chicago auf. Schon damals war es üblich, dass die Maxi CDs einige Clubmixes enthielten – das bedeutete im Normalfall, dass ausgedehnte, auf den Rhythmus konzentrierte Instrumentalpassagen vorhanden waren. Knuckles stellte fest, dass gerade diese Rhythmusteile die Gäste in Ekstase versetzten, und begann damit, nur noch sie ineinander zu vermischen und den Rest der Platte wegzulassen. Zu Beginn der 90er Jahre verbreitete sich der Begriff „House“ vielerorts auch als Oberbegriff für verschiedene Arten elektronischer, rhythmischer Musikstile, dem selbst anfangs die neu entwickelte Technomusik noch als Technohouse untergeordnet wurde. Das führt allerdings zu einigen Verwirrungen, da es inzwischen auch einen Stil namens Tech House gibt, eine technoisierte Form moderner minimalerer Housemusik mit weniger Klimbim. Für die meisten detroiter und chicagoer DJs und Produzenten gibt es keine echte Unterscheidung zwischen Techno und House. Heute gibt es eine riesengroße Vielzahl an verschiedenen Musikstilen in der künstlich hergestellten Musik. Die genauen Merkmale der Stile, was also Techno auszeichnet, was genau House oder Jumpstyle auszeichnet sind teilweise kaum ausmachbar, für die echten Fans dieser Musik aber exakt erkennbar und man kann dem ein oder anderen Fan dieser Musikstile schon mal zu Nahe treten und Buh-Rufe ernten, wenn man die falsche Musik als Techno bezeichnet. Jedes Jahr entstehen wieder neue Facetten dieser Musik und neue Elektrostile entstehen die so wiederum eine komplett neue Musikrichtung zeigen, benennen und dem großen Publikum und jeder neuen Generation wieder neu verkauft werden.
